| Gründung der Wehr |
|
|
|
|
Seite 1 von 11
Schon im Jahre 1868 trug man sich in Bad Lausick mit dem Gedanken einer Feuerwehr. Die erste Anregung geschah durch die Herren Arno Kaufmann und Gendarm Nierzig, welche als Mitglieder des Turnerbundes diesen zur Gründung veranlassen suchten. Aber erst 1869 gelang es den Herren Amtmann Böhme und Kaufmann Brückner den Turnverein für diese Sache zu gewinnen und sie fanden in dem Turnlehrer Opitz einen tatkräftigen Förderer ihrer Beststrebungen. Leider ging auch jetzt die Angelegenheit noch nicht recht von statten, da man immer noch versuchte, den Turnerbund für die Gründung mit heranzuziehen; doch zwei kurz aufeinander folgende Brände nötigten zur schnellsten Bildung der W e h r, welche nun die praktischen Turner allein bewerkstelligten und ist somit dem Turnverein die Erstehung zu verdanken. Nach mehreren Vorbesprechungen der Herren Amtmann Böhme, Kaufmann Brückner, Turnlehrer Opitz und einer Anzahl praktischer Turner erklärten letztere, sofort nach Gründung einer Freiwilligen Feuerwehr dieser beizutreten. Herrn Opitz wurde nun aufgegeben, einen Bericht zu verfassen, welcher mit Unterschriften versehen dem Stadtrate eingereicht werden sollte und dieser hatte Erfolg, dass letzterer sein Einverständnis mit der Gründung erklärte und für die Uniformierung und Ausrüstung Sorge tragen wollte. Zunächst waren 31 Mann vorgesehen, die Zusammensetzung der Turnfeuerwehr erfolgte wie nachstehend: 1 Kommandant, 1 Steigerzugführer 6 Steiger 1 Spritzenzugführer 20 Druckmannschaften 2 Signalisten. Die Ausrüstung bestand aus Bluse, Gürtel und Helm, der roten städtischen Spritze und zwei einholmigen Leitern. Die Statuten der Leipziger Wehr wurden als Vorbild für solche der Lausigker Wehr genommen und fanden die Zustimmung des Stadtrates. Die endgültige Gründung erfolgte am 2. August 1870. Hierbei wurden die Statuten nochmals beraten und fanden in ihrer abgeänderten Form am 20.10.1870 die endgültige Genehmigung des Stadtrates. Am 11. September 1870 wurde die 1. Steigerübung abgehalten und dem Kommandanten Opitz gelang es nach und nach wenn er auch oft mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen hatte, die Wehr auf eine der damaligen Zeit entsprechenden Höhe zu bringen. Zu den eifrigen Förderern gesellte sich auch noch der Herr Turnrat und Fabrikant August Koch und so ging es fröhlich vorwärts, immer das Ziel im Auge. Ihre Feuertaufe erlebte die Wehr am 20. März 1871, als der alte Spittel nebst 6 Scheunen vollständig niederbrannten. Das erste Spritzenhaus befand sich hinter der Kirche.
Uniformierung, doch konnten Spenden zu dieser verwendet werden, so 10 Taler, welche die Aachen-Münchner Feuerwehrversicherungs-Gesellschaft anlässlich eines Brandes stiftete. Am 14.12.1871 trat die Wehr dem Sächsischen Feuerwehrverband bei und erhielt 200 Taler. Doch zeigte sich bald die Unbrauchbarkeit der alten Spritze und man musste sich entschließen, eine neue Spritze zu beschaffen. Leider fehlten hierzu die Gelder und der derzeitige Kommandant Opitz fasste im Verein mit Herrn Gust Hornauer den Plan, durch eine Verlosung die nötigen Gelder zu beschaffen. So konnten auch bald 175 Mk. dem Stadtrat als Beitrag zur Beschaffung einer neuen Spritze übergeben werden, außerdem gab die Gemeinde Buchheim noch 5 Taler Beitrag zum Kauf der Spritze. Am 8. Juli 1873 machten sich der Kommandant Opitz und 5 Mannen auf den Weg nach Geithain um die Spritze zu holen. Die Bahn bestand auf unserer Strecke noch nicht. Triefend und durstend zog man die Spritze nach Lausigk zu. Da – eine Erlösung – ein Kalkwagen. Schnell wurde die Spritze hinten angehängt – und leichter ging es der Heimat zu. Nach einer Weile dreht sich der Kommandant um: „Unsere Spritze ist weg!“ Wie vom Donner gerührt stehen die anderen. Wirklich die Spritze war weg. Nun ging es zurück – und da lag sie im Straßengraben. Schwitzend ging es nun nach dem Gasthof zur sonne in Reichersdorf. Hier sollte die Spritze bis zur feierlichen Übergabe bleiben. Es war eine zweirädrige Abportzspritze mit Zubringer, damals etwas ganz Neues, eine sogenannte Turnerspritze (Firma Baldauf in Chemnitz).
|
Chronik




Viele Schwierigkeiten machte die