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Gründung der Wehr PDF Drucken E-Mail
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Gründung der Wehr
Technische Neuerungen bis 1909
Gerätehäuser und Feuerwehrkappelle
60 Jahre Feuerwehr Bad Lausick
1943-1956
Gerätehausbau Wilhelm-Pieck-Straße 10
die Wilden 70er und 80er
Wendezeit
Gründung Jugenfeuerwehr und Gerätehaus Anbau
Katatstrophenschutz - 2010
Kräfte und Mittel
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Schon im Jahre 1868 trug man sich in Bad Lausick mit dem

Gedanken einer Feuerwehr. Die erste Anregung geschah durch

die Herren Arno Kaufmann und Gendarm Nierzig, welche als

Mitglieder des Turnerbundes diesen zur Gründung veranlassen

suchten. Aber erst 1869 gelang es den Herren Amtmann

Böhme und Kaufmann Brückner den Turnverein für diese Sache zu gewinnen und sie fanden in

dem Turnlehrer Opitz einen tatkräftigen Förderer ihrer Beststrebungen. Leider ging auch jetzt

die Angelegenheit noch nicht recht von statten, da man immer noch versuchte, den

Turnerbund für die Gründung mit heranzuziehen; doch zwei kurz aufeinander folgende Brände

nötigten zur schnellsten Bildung der W e h r, welche nun die praktischen Turner allein

bewerkstelligten und ist somit dem Turnverein die Erstehung zu verdanken. Nach mehreren

Vorbesprechungen der Herren Amtmann Böhme, Kaufmann Brückner, Turnlehrer Opitz und

einer Anzahl praktischer Turner erklärten letztere, sofort nach Gründung einer Freiwilligen

Feuerwehr dieser beizutreten. Herrn Opitz wurde nun aufgegeben, einen Bericht zu verfassen,

welcher mit Unterschriften versehen dem Stadtrate eingereicht werden sollte und dieser hatte

Erfolg, dass letzterer  sein Einverständnis mit der Gründung erklärte und für die Uniformierung

und Ausrüstung Sorge tragen wollte. Zunächst waren 31 Mann vorgesehen, die

Zusammensetzung der Turnfeuerwehr erfolgte wie

nachstehend:                                               1 Kommandant,

1 Steigerzugführer

6 Steiger

1 Spritzenzugführer

20 Druckmannschaften

2 Signalisten.

Die Ausrüstung bestand aus Bluse, Gürtel und Helm, der roten städtischen Spritze und zwei

einholmigen Leitern. Die Statuten der Leipziger Wehr wurden als Vorbild für solche der

Lausigker Wehr genommen und fanden die Zustimmung des Stadtrates. Die endgültige

Gründung erfolgte am 2. August 1870. Hierbei wurden die Statuten nochmals beraten

und fanden in ihrer abgeänderten Form am 20.10.1870 die endgültige Genehmigung des

Stadtrates. Am 11. September 1870 wurde die 1. Steigerübung abgehalten und dem

Kommandanten Opitz gelang es nach und nach wenn er auch oft mit großen Schwierigkeiten

zu kämpfen hatte, die Wehr auf eine der damaligen Zeit entsprechenden Höhe zu bringen. Zu

den eifrigen Förderern gesellte sich auch noch der Herr Turnrat und Fabrikant August Koch und

so ging es fröhlich vorwärts, immer das Ziel im Auge. Ihre Feuertaufe erlebte die Wehr am 20.

März 1871, als der alte Spittel nebst 6 Scheunen vollständig niederbrannten. Das erste

Spritzenhaus befand sich hinter der Kirche.

Viele Schwierigkeiten machte die

Uniformierung, doch konnten Spenden zu

dieser verwendet werden, so 10 Taler,

welche die Aachen-Münchner

Feuerwehrversicherungs-Gesellschaft

anlässlich eines Brandes stiftete. Am

14.12.1871 trat die Wehr dem Sächsischen Feuerwehrverband bei und erhielt 200 Taler. Doch

zeigte sich bald die Unbrauchbarkeit  der alten Spritze und man musste sich entschließen, eine

neue Spritze zu beschaffen. Leider fehlten hierzu die Gelder und der derzeitige Kommandant

Opitz fasste im Verein mit Herrn Gust Hornauer den Plan, durch eine Verlosung die nötigen

Gelder zu beschaffen. So konnten auch bald 175 Mk. dem Stadtrat als Beitrag zur Beschaffung

einer neuen Spritze übergeben werden, außerdem gab die Gemeinde Buchheim noch 5 Taler

Beitrag zum Kauf der Spritze. Am 8. Juli 1873 machten sich der Kommandant Opitz und 5

Mannen auf den Weg nach Geithain um die Spritze zu holen. Die Bahn bestand auf unserer

Strecke noch nicht. Triefend und durstend zog man die Spritze nach Lausigk zu. Da – eine

Erlösung – ein Kalkwagen. Schnell wurde die Spritze hinten angehängt – und leichter ging es

der Heimat zu. Nach einer Weile dreht sich der Kommandant um: „Unsere Spritze ist weg!“ Wie

vom Donner gerührt stehen die anderen. Wirklich die Spritze war weg. Nun ging es zurück –

und da lag sie im Straßengraben. Schwitzend ging es nun nach dem Gasthof zur sonne in

Reichersdorf. Hier sollte die Spritze bis zur feierlichen Übergabe bleiben. Es war eine zweirädrige

Abportzspritze mit Zubringer, damals etwas ganz Neues, eine sogenannte Turnerspritze (Firma

Baldauf in Chemnitz).